Windkraft im Westerwald gescheitert: Warum das Erzgebirge jetzt allen Ausbauplänen eine Absage erteilen muss – Ein Kommentar von Thomas Dietz, MdB

Bild: Blick über das Schloss Wolkenstein (9.9.2026)

Der Blick über unsere erzgebirgischen Höhen – wie hier hinab zum Felsen von Schloss Wolkenstein in das geschichtsträchtige Zschopautal – zeigt uns jeden Tag, was auf dem Spiel steht. Im Vordergrund stehen unsere gewachsenen Ortschaften, die intakte Kulturlandschaft und die Identität unserer Heimat.
Doch auf den Kämmen soll nach dem Willen ideologischer Planer eine industrielle Verspargelung stattfinden, die ihresgleichen sucht.

Ein Blick in den Westerwald zeigt jedoch: Das Kartenhaus der Windlobby bricht in der Realität immer schneller in sich zusammen.

Der Kollaps im Westerwald: Wenn die Wirtschaftlichkeit stirbt

Mit dem endgültigen Aus des massiven Windpark-Projekts im Märkerwald bei Dierdorf (Westerwald) hat sich bewahrheitet, wofür Bürger und Kritiker seit Jahren streiten. Das dortige Projekt, das mehrere Großanlagen der Megawatt-Klasse auf hochgelegenen Wald- und Kammlagen errichten sollte, ist schlicht an der kalten wirtschaftlichen Realität gescheitert.

Drastischer Preisverfall in den EEG-Ausschreibungen und explodierende Kosten haben dem Vorhaben den Boden entzogen. Der Fall macht überdeutlich: Wo staatliche Subventionen und politischer Druck nicht mehr künstlich nachhelfen, scheitern solche Windindustrie-Projekte an ökonomischen Gesetzen.

Das Erzgebirge im Visier: Bis zu 200 neue Mühlen für die Statistik?

Während im Westen Projekte reihenweise begraben werden, soll im Erzgebirge die Brechstange angesetzt werden. Bis zu 200 weitere Windkraftanlagen sind in den regionalen Planungen im Gespräch. Das trifft eine Region, die weit mehr ist als ein Wirtschaftsstandort:

  • Kulturraum und Tourismus: Das Erzgebirge ist UNESCO-Weltkulturerbe und das geliebte Weihnachtswunderland für Millionen Gäste. Niemand kommt ins Erzgebirge, um auf gigantische Industrieruinen und rote Blinklichter an den Horizonten zu blicken.
  • Natur und Artenschutz: Die ungestörten Flugbahnen von Rotmilan und anderen Greifvögeln werden durch diese Anlagen massiv gefährdet; fast unberührte Naturräume in den sensiblen Kammlagen werden unwiederbringlich zerschnitten.

Die Illusion der Auslastung: Was die Physik nicht hergibt

Wer einen Blick in die harten Fakten wirft, erkennt den Irrsinn. Schon Analysen renommierter Medien wie der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) – die unter anderem die realen Ertrags- und Leistungsdaten von Windparks in exponierten Mittelgebirgslagen wie um Jöhstadt untersucht haben – zeigen die nüchterne Wahrheit: In bewaldeten und windschwächeren Lagen erreichen solche Anlagen im Jahresmittel oft nur eine bruchstückhafte Auslastung.

Dafür opfern wir unsere Heimat?

Nur um von Steuergeldern künstlich aufgeblähten Investmentfonds und Projektierungsbüros ein weiteres risikoloses Millionengeschäft zu sichern? Das machen die Menschen im Erzgebirge nicht mit – und da stehe ich fest an ihrer Seite.

Fazit und klare Forderung

Der Westerwald hat es vorgemacht: Wenn die wirtschaftliche Basis bröckelt und der Widerstand wächst, fallen die Pläne. Als Abgeordneter aus der Region und gemeinsam mit den engagierten Bürgern vor Ort – wie in der Initiative Gegenwind Erzgebirge – fordere ich:
Das Erzgebirge muss allen weiteren Windkraftausbauplänen eine glasklare Absage erteilen. Unsere Heimat ist kein Experimentierfeld für grüne Planwirtschaft.

www.thomas-dietz-erzgebirge.de

https://www.nr-kurier.de/artikel/175590-sturmflaute-im-westerwald–windpark-projekt–maerkerwald-dierdorf–scheitert-an-preisverfall

https://www.nzz.ch/visuals/windkraft-in-deutschland-grosse-versprechen-kleine-ertraege-ld.1710681